6. Oktober – Raet-Nasjonalpark auf Tromøy
Nach einem Vormittag Regen fahren wir nachmittags in den Nationalpark Raet.
Es gibt dort einen Geröllstrand hinter einem genialen Waldstreifen, den Hoveskogen, aus alten, schiefen und sehr krummen Kiefern.
Ein steifer Wind weht, überall liegen Kiefernnadeln. Ziegen verraten sich durch ihre Hinterlassenschaften.
Wir laufen einmal um die südwestliche Spitze der Halbinsel bis es ruhiger wird.
Die windabgewandte Rückseite ist von Surfern besiedelt, mit Badebuchten und Grillstellen. Schön gemacht.
7. Oktober – Jettegrytene i Nissedal
Vormittags finden wir einen schönen Rastplatz an der Telemarkstraße.
Traumhaft am Fluss Fergestaden gelegen.

Dann. Endlich.
Fahren wir mal wieder zu den Jettegrytene. Den Gletschertöpfen der Telemark. 2015 waren wir das letzte Mal in einer kurzen Regenpause hier.
Später war die Straße entweder baustellenbedingt gesperrt oder wir nicht so weit im Süden unterwegs.
Dort hat es Waldbrände gegeben, der schöne Wald links am Weg ist verschwunden, überall Reste abgeholzter oder verkohlter Bäume.
Es ist erstaunlich wenig Wasser da, beim letzten Mal sind wir im Wasser durch den Wald gestapft,
jetzt kann man trockenen Fußes bis runter zum letzten Felsen vor dem See. Ganz glatt geschliffen, aber nicht rutschig.
Überall strudelt das Wasser runter. Das ist so wunderschön.

An einem schönen Wald vorbei fahren wir wieder zur Hauptstraße und weiter zum Nisser.

Wir beziehen unsere Hütte und machen einen Seespaziergang.
Abends sehen wir die Milchstraße. Unglaublich, wie dunkel der Himmel hier ist. Es gibt es so viele gleichmäßig verteilte Sterne, wie ich noch nie gesehen habe.
Wäre es nur nicht so eisig kalt…
8. Oktober – Nisser – Dalen – Åmot – Rjukan
Eine lange Strecke durch traumhafte Gegenden.

Morgens bei Traumwetter fahren wir nach Norden zu Norwegens kleinster Kabelfähre, der Fjoneferga.
Auf die Fähre über den Nisser passen genau drei Autos und der Kapitän spricht holländisches Deutsch.
Dort am Strand warten wir eine halbe Stunde und spazieren ein wenig am Wasser entlang.
Fahren dann auf die Fähre und der Kapitän platziert uns kurz vor Abgrund an der vorderen Kante.
Damit auch wirklich alle drei wartenden Autos drauf passen.
Dann gehts weiter am Nisser und am Vråvatn entlang nach Dalen.
Um die Mittagszeit bestellen wir einen Burger im örtlichen, und weil Sonntag, heftig frequentierten Tankstellendiner.
Der weitere Weg führt uns über Åmot nach Rjukan. Auch die lange, schnurgerade Straße sehen wir wieder, leider kann man an schönen Stellen nicht anhalten.
Der Blick ist fantastisch.
Vor Rjukan biegen wir einmal rechts ab und fahren hoch zum Vemorktoppen, dort leiten die Rohre das Wasser zum Kraftwerk hinunter.
In Rjukan ist schon die Zeit der Sonnenlosigkeit angebrochen.
9. Oktober – Gaustatoppen per Bahn
Der erste Nachtfrost – das Auto steht weiß vor der Hütte.
Heute fahren wir als einzige im Zug den Gausta hoch, als einzige auch wieder runter.
Unterwegs gibt es rauschende Wasserfälle zwischen den Schienen unter dem Zug und es ist duster wie im schlechten Krimi.
Beim Vorbeifahren am anderen Zug an der Ausweichstelle sieht man quasi nix. Ab und an nur eine Lampe im Tunnel.
Wir frieren trotz Sonnenschein. Zwischen den von Sherpas gelegten Stufen liegt noch, oder schon, Schnee. Der Blick wie immer wunderbar.
Die Hütte ist wegen technischer Probleme geschlossen, den Shop und Verpflegung gibt es beim Ausgang der Bahn. Was den Waffelduft im langen Tunnel erklärt.
Beim Umstieg im Berg auf dem Weg hinab kommt uns eine Familie entgegen, das kleine Mädchen mit vor Schreck geweiteten Augen.
Ist nicht wirklich schön dort. Keine Hochglanzbahn. Technisch, schmutzig und alt. Feucht, kalt, erdrückend.
Zur Erklärung der Grafik:
Der erste Zug fährt waagerecht 850 Meter in den Berg, der nächste 1050 Meter steil bergauf.
Dann geht man den langen Tunnel waagerecht nach „linksunten“ und kommt so auf 1800 Höhenmeter ans Tageslicht.


Auf dem Weg über den Pass finden wir Eiszapfen am Straßenrand.
Spritzendes und tropfendes Wasser gibt tolle Formen.


Über Tuddal gehts hinunter, und sie ist immer noch so schön, die Strecke.
Nach der Stabkirche von Heddal landen wieder in der Zivilisation. Es gibt unzählige neue Tunnel, Baustellen und Umleitungen. Und sehr viel Verkehr.
Auf dem Campingplatz in Oslo bekommen wir eine ganz neue Reihenwohnung. So was Schönes…
















































































