10. Oktober – Ein Frühmorgenspaziergang in Oslo
Zuerst: Man fahre nicht vor 8 Uhr mit dem Bus.
Es fahren auch Mengen an Schülern und ein Kontrolleur. Sitzplätze gibt es keine mehr.
Zweitens: Man fahre trotzdem und unbedingt so früh in die Stadt.
Die Linie 42 fährt am Yachthafen vorbei und die Sonne steht so tief, dass sie nur die Masten, nicht aber die Boote selbst beleuchtet. Ein unglaubliches Licht.
Ich steige Tjuvholmen aus und laufe ans Wasser. Eine ungewohnte Ruhe, selbst die Möwen halten sich zurück.
Aker Brygge wird sonnig beschienen, sonst noch eher wenig. Es gibt tatsächlich schon Leute, die so früh aus der Sauna kommen.
Mein Lieblingsbuchladen macht erst um 9 Uhr auf, also gönne ich mir nebendran einen „enkelt latte for å sitte her“, einen Latte mit nur einem Espresso drin.
Zum Drinnensitzen. Was die meisten vor und hinter mir auch bestellen. Nach Latte und Buchladen ist die Karl Johan endlich beleuchtet,
im Gegenlicht lauf ich gemütlich bis zum Bahnhof, gehe durch alle Hallen und fahre mit der T-Bane zurück. Kalt ist es.
Nach dem Mittagsessen laufen wir zum Bogstad Gård.
Der See Bogstadvatnet ist voller Gänse und Enten, auch ein paar Schwänen. Das Gårdscafé voll mit älteren Leuten, die gemütlich Kaffee trinken.
Wir also dann nicht rein, schauen uns nur die Gärten an und gehen am Ufer des Sees zurück. Mit den ersten Regentropfen kommen wir zuhause an.

11. Oktober – Deichman und Munch
Heute ist es wieder wärmer und ich kann endlich, am letzten Tag, auf der Terrasse in der Sonne sitzen und meinen Morgenkaffee trinken. Herrlich.
Mittags fahren wir mit dem Bus runter, in Tjuvholmen gehen wir am Wasser entlang.
Heute ist es stürmischer und lauter, alle Möwen kreischen wieder und Bauarbeiten sind nicht überhörbar.
Es ist Hochwasser, die Wellen schlagen sogar über die Treppenstufen.
Wir laufen durch den Park an der Burg unter sich wild schüttelnden Bäumen zur Deichman-Bibliothek. Und fahren alle Rolltreppen einmal hoch.
In jeder Etage genießen wir andere Blickwinkel und neue Aussichten. Der offene Innenraum lässt die Bibliothek riesig erscheinen. Genial gebaut.
Überall sitzen Studenten an Rechnern bei der Arbeit. Die Atmosphäre ist ruhig und entspannt, trotz rumfahrender Touristen…


Danach gibt’s für uns eine Pause bei der Kaffebrenneriet nebenan. Über die Stufe im Gehweg daneben falle ich diesmal nicht.
Wir gehen rüber zum Munch-Museum und fahren endlich mal soweit hinauf wie wir dürfen.
Was ein Ausblick!

Übrigens – durch den Sturm schreit der Munch. Der Wind lockt aus der Gebäudeverkleidung klagende Töne. Irre.
12. Oktober – Schlendern in Fredrikstad
Wir fahren schon um 9 Uhr los und stehen in Oslo erstmal im Stau.
In Vinterbro finden wir einen Obs, und ich bekomme tatsächlich meinen Trockenfisch. Den, den ich die letzten Wochen erfolglos in jedem Laden gesucht habe.
Nach Fredrikstad führt uns das Navi eine „kurze“ Kurvenpiste. Die wir auf dem Rückweg nicht nehmen werden.
Einmal laufen wir durch die kleine Altstadt, es ist kühl und sehr windig. Aber einfach nur gemütlich.
Anschließend machen wir uns auf dem Weg über Schweden zurück nach Deutschland.







































































