16. September – Die Bunker von Julneset

Ein seltsamer Ort, dieses Julneset.
Es ist als Naherholungsgebiet ausgewiesen.
Dort verschwinden Reste deutscher Bunker langsam unter Moos.
Die wirklich schöne Natur erobert die Fläche zurück.
Da es den ganzen Tag geregnet hat, sind alle Wege und Pfade nass und rutschig.

So richtig merkwürdig ist eine Holzhütte, die unter nachträglich angefertigten Betondach und hinter einem Meter dicken Steinmauern fast vollständig verschwindet.
Innen vergammelt das feuchte Holz, die Steine stehen alle noch.
Vergewaltigung pur.

17. September – Kyststien, Gulberget und Farstadstranden

Den Kytstien in Bud sind wir vor ein paar Jahren gelaufen.
Ein kurzer Weg durchs Moor, sehr schön, der Rückweg führt am Meer entlang.
Damals hab ich beschlossen, auch mal zum Gulberget hochzuklettern und den Teil am Meer auszusparen.

Diesmal ist es dann soweit, wir laufen den diesmal sehr feuchten Kyststien bis zur Abzweigung und klettern dann den Berg hoch.
Auf dem Plateau zwischen Gulberget und einem anderen Hügel wandern wir im Sumpf, dankbar für wasserdichte Wanderstiefel.
Ständig einigermaßen flache, nicht zu nasse Trittmöglichkeiten zu finden ist so anstrengend, dass wir beschließen, der Gulberget ist für uns heute zu hoch.
Ist der Weg bergauf schon grenzwertig, der hinunter ist auch nicht besser. Wieder der Typ ausgewaschenes Flussbett.
Immerhin steht er nicht unter Wasser. Landschaftlich aber wunderschön.

Anschließend besuchen wir den Strand bei Farstad. Schön flach so am Meer.
Es liegt überall angeschwemmter Seetang, zwergige Möwen laufen herum und hinterlassen ihre niedlichen Fußabdrücke.
Die meiste Zeit sind wir hier alleine. Auf der anderen Flussseite rennt eine Herde Schafe bei unserem Anblick über die Wiese.

Im Bogen fahren wir zurück nach Molde.
Die Landschaft hier finde ich unglaublich schön.
Die Berge so dicht dran und das satte Grün der Wiesen tun den Augen einfach nur gut.

18. September – Reknesparken und Moldes Hafen

Das Wetter spielt nicht so ganz mit, daher machen wir nur einen kurzen Ausflug zum Reknesparken und an den Hafen.
Zwischen den alten Bauernhäusern spielt ein ganzer Kindergarten. Es ist richtig anstrengend, keine Kinder auf den Bildern wiederzufinden.
Ich mag diesen kleinen Park mit dem Aussichtspunkt. Er hat etwas gemütliches.
Leider laufen diesmal keine neugierigen Ziegen herum. Und leider – hat die Krona, das Museum, montags geschlossen.

Der kleine Hafen, dahinter die Hotelmeile von Molde.
An dieses Ende der Stadt bin ich bisher noch nie gelaufen.

19. September – Morgenstund ist golden

Den Morgen verbringe ich am Ufer, der Sonnenaufgang ist wunderschön.

Danach regnet es dann, den ganzen Tag.
Gut, dass es für solche Fälle ein Amfi – ein Einkaufszentrum gibt.
In Ermangelung weiterer Fotos komme sogar ich in Versuchung, mein Essen zu posten.

20. September – Fünfhundert Stufen Akslatrappene

Ausflug nach Westen ins Paradies. Mit der Fähre geht es hinüber auf die Insel westlich von Molde, Otrøya.
Traumhaft schön dort. Wir fahren immer weiter Richtung Westen.
In Midsund gibts zwei Läden, einen Hafen und eine Tankstelle. Und eine Brücke hinüber zur mittleren Insel, Midøya.
Wir fahren einmal bis ganz an die Spitze der dritten/äußersten Insel . Dort gibt es nichts außer einem Fähranleger.

Nördlich von Midsund befindet sich die kürzeste der Midsundtrappene, die Akslatrappene.
Ich laufe immer 20 Stufen und mach danach eine kurze Pause. So steigen wir die 500 Stufen bis zum Rastplatz hoch.
Oben wärmt uns die Sonne den Rücken und wir genießen den traumhaften Rundumblick.

21. September – Romsdalmuseet Krona

Als der morgendliche Dauerregen aufhört, gehen wir in die kleine Ausstellung in der Krona.
Sehr klein, aber fein. Mit klassischer Livemusik im Nebenraum. Und Kurt Schwitters Gedicht „Anna“.
Zusammen leichte Kakophonie, aber interessant.

Anschließend fahren wir zum nördlichsten Punkt unserer Reise, zum Atlanterhavsveien.
Wir wählen den Umweg über den Malmedalsvegen anstatt des Tussentunnelen.

Bei Atlanterhavsvegen braucht die Sonne länger als erwartet, es ist feucht und windig.
Wir essen abwartend einen Burger im Tankstellen-Diner auf der anderen Seite in Averøy und fahren dann gemütlich die schöne Strecke zurück.

Laufen den kurzen Rundweg um Lyngholmen mit Regen und Sonne gemischt.

Die Fv64 zurück ist dann von verspäteter Sonne, frischem Nebel und Wolken geprägt.
Je nach Sonnenrichtung sieht es immer anders, immer wunderschön aus.
Den Sonnenuntergang beobachten wir am Malmefjorden, fahren dann wieder den schönen Umweg, da der Tunnel nun gesperrt ist.