2. Oktober
Der zweite Kaffee wieder auf der Terrasse, diesmal ist es windstill und regnerisch.
Die Möwen schreien auf dem Wasser, eine Elster besucht die Birke und Gänse gibt es bisher nur in der Entfernung.
Das stete Tropfen aus der undichten Regenrinne schläfert ein.
Am Vormittag laufen wir den kompletten Strand ab, vom südlichen Eck bis zum Naturreservat Gaulosen im Norden,
der Stelle, an der die Gaula in den Fjord fließt und die Pilger eine Bootsfahrt bekommen. Bei Ebbe gibt es viel Platz für jeden.
Die Sonne hat inzwischen eine durchsichtige Stelle gefunden und strahlt sanft. Ein ruhiger Sonntagmorgen.
Bis einige Schwärme Gänse herfliegen und sich im Wasser niederlassen.
Abends fahren wir eine kleine Runde nach Flakk an die Nordküste und über Trondheim zurück. Tolles Licht…
3. Oktober
Die heutige Strecke führt von Øysand nach Molde. Es ist ein regnerischer Tag mit Lichtblicken. Der erste ist ein kleiner Hafen am Ende des Vinjefjords.
Mit neugierigem Nagetier.
Dann immer weiter auf der E39 zur Fähre auf die Tingvoll-Halbinsel.

Fürs Durchlüften auf dem Rundweg-Steg des Atlanterhavvegens ärgern wir das Navi und fahren einen Umweg.
Der Wind bläst kräftig, Wellen schlagen an die Felsen. Es ist schön hier.
In Molde haben wir aus der Hütte einen wunderbaren Blick auf den Moldefjord und die mit Schnee gepuderten Gipfel im Süden.
4. Oktober
Endlich einmal, zu Fuß durch Molde schlendern. Zwar feucht, von oben wie von unten, aber trotzdem reizvoll. Irgendwie sympathisch.
Es gibt so ungefähr alles, was man sich vorstellen kann, Cafés, Mode, Sushi, Küchenläden. Vor der Stadt noch ein großes Amfi mit vielen Geschäften, McD und Burger.
Allerdings auch sehr viele Autos und ein paar einzelne Flugzeuge.
Bilder nieselbedingt mit dem Handy.

5. Oktober
Wir nutzen die ersten, freundlichen Stunden des Tages, um hinauf zum Reknesparken zu gehen.
Dort stehen die alten Bauernhäuser in einem kleinen Freilichtmuseum.
Ansonsten nur Gequake von Enten und Geruch von ein paar Ziegen, eine davon sehr, sehr zutraulich – der Geruch hängt an mir fest.
Ein paar Schritte zum Ausichtspunkt mit Blick auf den Fjord und eine kurzzeitig erschienene Sonne.
Friedlich hier, ein paar Jogger und Kinderwagen, das ist zu der „frühen“ Stunde alles.

Dann fahren wir hinunter in die Stadt und erklimmen einmal die Molde Bibliothek.
Die Stufen sind ungünstig breit, aber der Blick entschädigt.
6. Oktober
Die Strecke: Molde – Geiranger – Stryn.
Vom Molde mit der Fähre rüber nach Vestnes, das Wetter links sonnig, rechts schwarz-düster mit Regenbogen.
Weiter über Sjøholt und Stordal zur nächsten Fähre nach Linge, die mit der umständlichen Warte-Schleife.
Dann den Weg hoch zum Ørnevegen, je höher wir kommen, desto feuchter wird das Wetter.
Regen, Wolken und Kälte lassen uns schnell weiterfahren. Sehen tun wir nicht wirklich viel.
Einmal runter nach Geiranger und auf der anderen Seite wieder rauf.
Diesmal klart es auf je höher wir fahren, oben Sonne und schneebedeckte Berge und ein heftiger Wind,
der die Autotür schneller schließt als man sie festhalten kann. Traumhafte Aussichten.
Durch die vielen Tunnel geht es Richtung Stryn hinunter. Etwas zaghaft, da vor uns ein LKW langsam und sehr vorsichtig in den Tunnel fährt.
Und klar, im Tunnel begegnen sich dann zwei LKW, eine Passage im Kriechgang…
7. Oktober
Regen, Regen und nochmal Regen.
Nachmittags nutzen wir eine Regenpause für einen kleinen Ausflug Richtung Hornindalsvatnet.
Wieder finden wir eine alte Steinbrücke, wunderbar bemoost liegt sie an einem kleinen Fluss.

Überall rauscht das Wasser die Berge runter, die Seen sind am überlaufen, die Flüsse mächtig.
Kurzzeitig haben wir tatsächlich Sonne, fahren dann durch Hornindal und durch den Berg zum Austefjord.
Nach ein paar trüben Sträßchen entlang des Fjords drehen wir um und kommen wieder in strömendem Regen zur Hütte.
8. Oktober
Stryn – Olden – Utvik – Byrkjelo – Skei – Vassenden – Likholefossen
Eine wunderschöne Fahrt. Über dem Fjord taucht die Sonne auf, in jeder Kurve erwartet uns anderes Wetter, nach einem Tunnel Regen, dann wieder ein Regenbogen.
Überall rauscht das Wasser die Berghänge runter.
In Utvik kaufen wir Honig und fahren dann das Utvikfjellet hoch nach Byrkjelo. Was ein Blick. Was eine Stille.
Noch mehr Ausblick als wir das Fjell wieder hinab nach Byrkjelo fahren. Auch die Straße von Bykjelo nach Skei ist wunderschön.
Die Sonne immer im Gegenlicht durch die Wolken. Immer wieder feucht, aber dadurch auch glitzernd.
Wir fahren am Jølstravatnet entlang und biegen auf das Gaularfjell ab bis zu unserer Hütte am Likholefossen.
9. Oktober
Der Fossestien, wetterbedingt leider nicht zu Fuß, sondern im trockenen Auto.
In Sackgassen fahren, auf Parkplätze und Haltebuchten, ebenfalls wetterbedingt ist nicht viel los. Selbst bei Regen ist diese Landschaft einzigartig.
Überall steht das Wasser auf den Wiesen, in Bächen, und die Wasserfälle rauschen mächtig. Schafe suchen sich die trockeneren Stellen zum Grasen.
Die richtig tollen Plätze findet man allerdings nur zu Fuß.
10. Oktober
Vom Gaularfjellet gehts über den Utsikten zum Sognefjord hinab. Nachdem es den ganzen Morgen gegossen hat, ist es jetzt immerhin beinahe trocken.
Wir nehmen die Fähre nach Vangsnes. Musste man dort vor Jahren in Hella, der Zwischenhaltestelle, einmal von Bord fahren, umdrehen und wieder zurück aufs Schiff fahren,
sind die Fähren inzwischen größer geworden und bieten den Platz zum Wenden gleich bei der Auffahrt.
Die Strecke von Vangsnes über Voss schickt uns einmal durch alle Wetterlagen.
Die Hochebene verwöhnt uns mit Schneeregen und Sonnenschein, der Weg nach Voss hinab ist traumhaft sonnig, ab Voss gibts mal wieder Dauerregen.
Unsere nächste Hütte liegt in Eidfjord.
11. Oktober
Wieder ein Besuch beim Vøringsfossen.
Diesmal das erste Mal die Brücke ersteigen und die weitere Umgestaltung der unteren Felskante anschauen.
Das, was den Vøringfossen so einzigartig machte, dass man im Wald bis zur Kante laufen konnte, ohne dass einem Geländer oder andere Menschen begegneten, ist nicht mehr.
Überall Aussichtsplattformen, Geländer, Beton. Und Baustellenfahrzeuge, ist alles noch im Entstehen.
Nun stehen wir oben im Wind und Niesel und frieren an den Ohren.
Ohne Handschuhe ist man heute aufgeschmissen, das Geländer ist notwendig und eiskalt.
Wir gehen auf die Brücke, werden fast weggeweht und sehen das erste Mal richtig den Wasserfall unter uns.
Wir fahren einmal in den Schnee, die Hardangervidda zeigt sich im schönsten Licht.
Ab Dyranut sind es dann Minustemperaturen und Schneematsch auf der Straße. Dort kommen uns auch die Wolken zu nah und wir kehren um.
Ein Abstecher zum Sysenvatn-Stausee hoch. Ist sehr wenig Wasser drin, dafür sind umso mehr Steine sichtbar.
Und ein paar Sonnenstrahlen.

Wir werfen noch einen Blick ins Simatal. Schroffe Felsen, gletscherfarbenes Wasser. Schöne Ecke.

12. Oktober
Eidfjord – Hardangerfjord – Bergen. Die Strecke mit den ältesten Erinnerungen. Diesmal mit hohen und tiefen Wolken am Hardangerfjord entlang.
Und leckerem Mittag bei Kaffimat in Norheimsund. Danach wieder Regen, die ganze Strecke bis zum Lone-Camping.
13. Oktober
Schönes Bergen.
Die Nordnes bis zum Aquarium laufen, kleine Holzhäuser anschauen, große Schiffe und Pinguine.
Ein Eis, ein Buch und das gleiche Parkhaus wie immer, diesmal endlich richtig herum rausfahren…
Die Sonne meint es gut mit uns, nachdem es gestern am Abend gestürmt und gegossen hat.
Ein guter letzter Tag.














































































































































































