Dieses Jahr eine dreieinhalb Wochen dauernde Rundtour.
Nordwärts: Oslo – Rondane – Røros – Trondheim.
Dann an der Küste entlang zurück nach Bergen, immer mit Schlenkern ins Inland.
Diesmal eine bunte Mischung aus dreierlei Kameras.
Als erstes natürlich die Nikon, die ich aber zugunsten der Gopro oft vergessen habe.
Deshalb auch Standbilder aus Filmen der Hero 6. Zuletzt, weil immer dabei, mein Handy.
Erstmals gibt es auch Videos. Filmen macht schon wirklich Laune.

12. August

Anreise per Nachtschiff nach Trelleborg.
Modern times: Online-check-in am Kai und ich “rede” nur noch mit einem Automaten.
Der den Barcode auf meinem Ausdruck leider nicht lesen kann.
Aber wir blicken es dann doch und ich kann als einziges Auto auf weiter Flur den richtigen Weg suchen.
Der Weg ist erstaunlich lang und die Beschriftung der Spuren am Ziel missverständlich.
Die lesbare Spur daneben heißt 16 und ist mit mir voll. 20 Meter weiter heißt sie plötzlich 14.
Auch hinter mir traut sich keiner auf die unleserliche und verstopft damit die Zufahrt, bis ein LKW ausdauernd zu hupen beginnt.

Kurze Zeit später steht mein Auto ziemlich genau mittig im Schiff, in dieser riesigen Halle.
Deswegen mag ich die TT-Linie: Sehr viel Platz.
Keine klaustrophoben Anflüge wie in der Colorline, auf der selbst der Spiegel eingeklappt werden muss.
Ab diesem Moment beginnt für mich der Urlaub. Geschlossene Wolkendecke, angenehme 23 Grad. Das Oberdeck in blauweiß.
Nebendran liegen weitere Fähren und eine spuckt LKW um LKW aus, eine andere läd LKW um LKW.
Der ständige Qualm aus dem Schornstein zieht über den Kai.

13. August

200 km Schweden bestehen aus Wolken und Regen, danach ist schlagartig blauer Himmel.
Mittag gibt es im Torp Uddevalla. Dort leider festgestellt, dass einige alte Geldscheine nicht mehr gültig sind. Schade.
Kaffee gibts in Halden. Dann endlich ist Oslo in Sicht.

Bogstad Camping vermietet mir eine Hütte.
Gleich mit dem 24-Stunden-Ticket hinunter in die Stadt. Heiße Sonne, warme Luft.
Kaffee und Kanelboller im Stammcafe. Das Museum rundherum wächst und nimmt dem Café die Sonne.

Zu Fuß rüber zur Oper und ich bin beeindruckt. Die Norweger sind wirklich fix.
Ein paar Häuserblöcke sind schon fertig, das Munchmuseum wächst und gedeiht.

Am Bahnhof vorbei durch die Karl Johans Gate zurück zum Nationaltheater.
Auf dem Campingplatz genieße ich beim Abendessen die Sonne.

14. August

Nachts wache ich von der Kälte auf.
Nach Auflage von zwei zusätzlichen Bettdecken wird es warm und das Bett auch gefühlt weicher.
Die Matratze ist kaum 10 cm dick und man spürt jede Holzlatte darunter.
Frühstück mit Wasserkocher und Frenchpress.

Für einen Cappuccino in die Kaffebrenneri, anschließend laufe ich mit der Gopro kreuz und quer. Deshalb hier keine Bilder.

15. August

Ich fahre im Nieselregen los zum Bærums Verk. Dort ist es sicher bei schönerem Wetter total nett.
Ein paar Läden in historischer Kulisse und ein kleiner Wasserfall.
Weiter gehts nach Hønefoss. Ein klimabedingt nicht vorhandener Wasserfall, ein Plätzchen, ein paar Meter Fussgängerzone mit süßem Café
und eine von mir nicht besuchte Einkaufspassage. Außerdem eine erstaunlich günstige Tankstelle.

Nächster Zwischenhalt bei einer Glasbläserei, dort Mys und Mumins überall.
Nette kleine Häuser, überall was zu kaufen. Anschließend dann ein Picknick am See.

Immer wieder kommen Schafe auf der Straße entgegen. Eines ärgert den Gegenverkehr und bleibt mittig stehen.
In dem Moment, in dem ich vorbeifahre, macht es laut mäh. Und wir kichern.

Auf Lillehammers Campingplatz bekommen wir eine günstige weiße Hütte und sind bei einem Hauch von Sonne in die Stadt.
Einmal Gogata hin und zurück. Hier würde ich gerne mal richtig schönes Wetter erleben. Sehr gemütliches Städtchen.

Abends am See begutachten wir die Enten, oder eher sie uns.

16. August

Pünktlich nach App fängt es morgens an zu regnen.
Mittags fahren wir los zum Peer Gynt Vegen, der bei Sonne traumhaft ist. Bei Wind, Regen und Nebel eher nur interessant.

Bei Gålå führt der Weg wieder hinunter ins Tal. Die neue E6 mit langem Tunnel kennt weder mein Atlas noch das Navi.
Durch Ringebu fahren wir den Friisvegen hoch, beim Måsaplassen beziehen wir ein Stabbur und gehen im Café Waffel und Kaffee essen.
Den Rest des Tages regnet es dann.

17. August

Die Kaffeemaschine im Stabbur hat einen Vogel. Wenn sie fertig ist, beginnt sie zu pfeifen und zu sumsen.
Draußen blauer Himmel! Wir ziehen früh los, zuerst zur Stabkirche Ringebu.

Anschließend hinauf durch Mysuseter zum Parkplatz Spranget.
Wir machen einen Spaziergang entlang der Store Ula, einem, dank gestrigem Regen, gefülltem Wasserfall.

Weiter geht es zu den Erdpyramiden. Die auch nur so reichhaltig vorhanden sind, wie es auf ein Foto drauf passt.
Mehr sind es nicht. Steil geht es im Wald hinauf, Holztreppen helfen über die steilsten Stellen.

Nach dem Mittag in einem Café in Otta schauen wir zum Peer Gynt Setervegen hoch.
Überall Schafe, Kühe und Vögel auf dem Weg. Der eine ziemliche Baustelle.

Gegen Ende finden wir einen Badeplatz. Mit kleinem Strand und einem Kanal, der wie ein Mühlenbach ins Nachbargrundstück fließt.
Es ist wunderschön dort, das Wetter klart auf.
Zuhause beim Stabbur entdecken wir den nahegelegenen See und entspannen dort.

18. August

Mein Kaffeevogel pfeift wieder. Es ist bedeckt draußen, soll mittags regnen und erst am Nachmittag aufklaren.
Als wir nach dem Mittag zum Viewpoint Snøhetta losfahren, ist es noch nebelig.
Wir laufen halbverfroren hoch im stürmischen Gegenwind. In der Hütte ist es angenehm temperiert mit feinem Ausblick.
Auf den Holzbänken sitzen die Wanderer wie in einer überdimensionierten Sauna.

Anschließend geht es an der Atna entlang zum Sohlbergplassen. Der Fluss hat so klares Wasser, dass ich am liebsten reinspringen würde.
Die Sonne steht tiefer, oft hinter Wolken, als wir zum Sohlbergplassen kommen. Beton in geschwungenen Linien in Fortsetzung des Atnasjøen.
Eine der modernen Aussichtsplattformen, die sich entlang der Landschaftsrouten befinden.