Gardasee 2010

2026-05-30T17:00:52+02:00Mittwoch, 04. August 2010|Tags: , , , |

Weltwechsel. 2 Wochen Italien, Gardasee.
An einem Ort, den ich immer trocken, warm und schön mir vorgestellt und auch so schon erlebt habe. Aber es geht auch anders.
Da fährt man in den Süden, weil man den Regen satt hat und… es hat Regen satt! Es fängt an und hört 8 Stunden lang nicht auf!
Es gewittert lautstark, man meint, den genauen Weg des Blitzes in den Wolken aus dem Donner herauszuhören.
Straßen verwandeln sich in Seen, aus Gullis blubberts raus und Palmen bekommen nasse Füße.
Im Tunnel der Gardesana steht das Wasser und selbst von der Tunneldecke regnets.
Aber nicht jeder Tag ist so, es gibt auch die typisch italienischen Sommertage.

4. August

Limone ist einfach nur schön. Leider hat es keine Abendsonne.

6. August

Arco liegt unauffällig im Hinterland. Mit schönem botanischen Garten und Burgberg.

7. August

Von Malcesine hat schon meine Oma geschwärmt.
Sie hatte früher öfter Fahrten an den See gemacht und kam mit unzähligen Fotos und Postkarten zurück.
Malcesine schien bei ihr großen Eindruck hinterlassen zu haben.

8. August

Eine Fahrt auf den Monte Baldo.
Morgens um 10 Uhr ist die Welt insofern noch in Ordnung, als dass man nur eine halbe Stunde auf die Gondel warten muss.
Aber es lohnt sich.
Im Laufe der ungefähr 1700 Höhenmeter halbiert sich die Temperatur und man entkommt dem Hochsommer.
Oben außer Lamas, Eseln, Ponys, vielen Kühen, Fröschen und Touristen: Frieden. Freiheit. Kuhglockenstille.

Blicke schweifen zum See hinunter, in die Wolken hinauf oder einfach zu den nächsten Gipfeln.
Und, egal wieviele Touristen um einen herumturnen, hier oben fühlt man sich wohl.
Das ist Bergwandern für Faule…

10. August

Riva ist ein Schmuckstück.
Wenn man dem Verkehr durch die Stadt folgt, glaubt man gar nicht, dass ein paar Häuser weiter die Altstadt beginnt, zumeist autofrei.
Schöne Gassen, viele Restaurants und Cafés, Wein- und Delikatessenläden, Kleiderläden, Keramikläden mit Zitronen und Tomaten in allerlei Form und Funktion, manchmal auch ohne.

11. August

Wenn ich etwas über Gardone erzählen soll, bin ich sehr zwiegespalten.
Okay, die obere Altstadt, Gardone Sopra, ist hübsch, kleine Gässchen, 2 Läden, ein paar Restaurants.

Die untere Stadt am See: eine Fußgängerstraße und eine Promenade.
Mit vielen Blumen und Bäumen, Läden mit Krims und Kram, Restaurants und Eiscafés.
Ein Mini-Hafen, der auf jeder Postkarte doppelt so groß wirkt.
Die Parkanlagen zwischen den Stadtteilen haben Bäume gigantischen Ausmaßes, sehr beeindruckend.

Das Vittoriale macht mich dann schon eher sprachlos.
Wie kommt jemand bloß auf die Idee, ein halbes Schiff in seinen zugegebenermaßen wunderschönen Park zu stellen?

Die Stadt ist eigentlich ganz nett, doch werde ich das Gefühl nicht los, dass sie nicht lebt.
Einige Touristen bevölkern die Parkanlagen, die Restaurants, die Schiffe.
Aber an etlichen Grundstücken und Häusern steht „vendersi“ – zu verkaufen.
Läden stehen leer, voll ist nur die Gardesana.

Das einzige, was mich wirklich begeistert, ist der botanische Garten von André Heller.
Der ist mit unglaublich viel Gefühl und Fantasie angelegt worden.

14. August

Wenn die Oberen in Gargnano es geschafft hätten, an der Durchgangsstraße ein Hinweisschild auf den großen Parkplatz aufzustellen,
dann würden 90% der Autos weniger durch die kleine Altstadt rollen, um auf diesem Wege irgendwann bei besagtem Parkplatz zu landen.
Von der Durchgangsstaße aus wären es nur 200 Meter gewesen.

Aber vielleicht ist das auch Absicht? Den Touristen alles zeigen, was man zu bieten hat, damit sie auch wirklich Halt machen?
Die Parkscheinmaschine mit Geld füttern? Die im Übrigen dann keinen Parkschein gedruckt hat, weil die Papierrolle sich verklemmt hat.

15. August

Gewitter Nummer wieviel? In Riva beginnt es zu gießen.
Menschenmassen drängen sich in die Eiscafés, verdrücken enorme Mengen bunter Kugeln.
Es dauert 30 Minuten, einen Latte Macchiato zu bestellen, 10 Minuten ihn zu trinken und weitere 20 Minuten, sein Geld loszuwerden.

Was soll’s, wenigstens ist jetzt das Gewitter vorbei.

16. August

Maderno ist ein etwas „größerer“ Ort, er besitzt neben einer IP und einer Q8 auch eine Shell!
Sehr viel Durchgangsverkehr, viele Boote, Krach und Gestank. Typisch italienisch halt.

Und dennoch sitzen wir direkt an der Durchfahrtsstraße auf einer Terrasse und essen eine Pizza. Urlaubsstimmung unter Sonnendächern.
Eine Cola-„Tseeroo“ schlürfen, falls diese schon Einzug gehalten hat und der silbernen Schwester Konkurrenz macht.

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